Logo 'Industrial Ecology'

Logo 'VÖW'

IE weltweit

Die (noch junge) Historie zur Industrial Ecology lässt sich anhand dreier Entwicklungsschritte beschreiben (Isenmann 2008).

  1. “Smart idea” (1989)
  2.  “Fuzzy concept” (frühe 1990er Jahre)                  
  3. “Powerful prism” (späte 1990er Jahre)

 

“Smart idea” im Jahr 1989:

Robert Frosch und Nicholas Gallopoulos veröffentlichten den Beitrag: “Strategies for Manufacturing” in Scientific American.Darin beschreiben sie die Notwendigkeit für eine industrielle Kreislaufwirtschaft, in der Einsatz von Stoffen und Energien optimiert und Abfälle auf ein Mindestmaß verringert sind und wo alle Zwischenprodukte bei der Herstellung weiter verwendet werden.

"Fuzzy concept" in den frühen 1990er Jahren:

Der bahnbrechende Beitrag article von Frosch und Gallopoulos war Auslöser für ein Symposium der US National Academy of Sciences:

"The concept envisioned a more integrated model of industrial activity that would be environmentally sustainable on a global level. The focus is to understand how the industrial system works, how it is regulated, and its interaction with the biosphere; then, on the basis of what we know about ecosystems, to determine how it could be restructured to make it compatible with the way natural ecosystems function."

 

Heute hat sich Industrial Ecology zu einem vielversprechenden Handlungs- und Forschungsfeld entwickelt, Zielrichtung: Nachhaltigkeit.

„Powerful prism“ ab den späten 1990er Jahren:

Der Fokus liegt darin, die Auswirkungen unseres Industriesystems auf die Natur zu untersuchen.Die IE nimmt dabei auf lokaler, regionaler und globaler Ebene Produkte, Prozesse, indutrielle Sektoren und Ökonomien in den Blick. Sie fokussiert dabei auf die Rolle der Industrie zur Entlastung der Ökosysteme entlang von Produktlebenszyklen und Wertschöpfungsketten.

Die Forschungsfelder zu Beginn der IE waren dabei Materialflussanalysen (MFA), Lebenszyklusanalysen/Ökobilanzen (LCA), Umweltgerechte Produkt- und Systemgestaltung (Design for Environment), Erweiterte Produktverantwortung (Product Stewardship), sowie öko-industrielle Parks (Industrial Symbiosis)

 

 

IE in Deutschland

Dass sich die Industrial Ecology Community in Deutschland beständig entwickelt, lässt sich auch daran erkennen, dass das Forschungs- und Handlungsfeld spätestens seit 2006 immer wieder als Rahmenthema auf Hochschulveranstaltungen, Tagungen und Konferenzen dient. Eine gewisse Initialwirkung ist vermutlich vom Symposium: „Industrial Ecology im deutschsprachigen Raum“ ausgegangen, das die TU Kaiserslautern und die Universität Bremen 2006 zusammen durchgeführt haben. Dort bot sich eine Plattform, auf der Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich zusammen kamen und neuere Ergebnisse ihrer Forschung vorstellten und diskutierten.

Nur wenig später hat die Industrial Ecology als Forschungs- und Handlungsfeld thematischen Eingang in den Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft (VHB) gefunden. Der Special Track „Industrial Ecology Management“ auf der Herbsttagung der wissenschaftlichen Kommission Nachhaltigkeitsmanagement (NAMA) des VHB an der Wirtschaftsuniversität Wien 2007 (http://www.sustainability.at) erscheint deshalb bedeutsam, weil Industrial Ecology bei den Mitgliedern im VHB als führende Vereinigung der Hochschullehrer dort sichtbar ist und diskutiert wird. Ein besonderes Glanzlicht war die Gastrede, die Marina Fischer-Kowalski (IFF, Uni Klagenfurt) dort hielt. Sie war derzeit Präsidentin der International Society for Industrial Ecology (ISIE).

Dass die Industrial Ecology in der wissenschaftlichen Kommission Nachhaltigkeitsmanagement (NAMA) des VHB thematisch tatsächlich angekommen ist, belegt die Herbsttagung 2008 an der Universität Bremen. Sie stand unter dem Rahmenthema: „Nachhaltigkeitsmanagement und Industrial Ecology“.